Wo ist mein Rock aus allen Blumen der Welt
Der rotweißschwarze
Vor langer Zeit näht ich ihn mir.
- Bronislawa Papusza Wajs, „Tränen aus Blut“ -

„Gold – Die Künstlerin ist abwesend“ ist ein neues Theaterstück der Autorin Luise Rist, das sich mit dem sogenannten salonfähigen Rassismus beschäftigt. „Ich bin nicht rassistisch, aber…“- so fangen viele Sätze an, die für von Rassismus Betroffene oft schwer erträglich sind. „Gold“ ist eine Uraufführung auch in Bezug auf das Format. Neben der Berliner Schauspielerin Javeh Asefdjah sowie den Göttinger*innen Sandrinne Ugitoh Essem und Mark Kutah wird auch das Publikum zum Teil der Inszenierung. Die fiktive Geschichte erzählt von einer bildenden Künstlerin, Irina Baryalei, die seit vielen Jahren erstmals die Gelegenheit bekommt, ihre Kunstwerke auszustellen. Sie wird eingeladen, ein Publikumsgespräch zu führen, das ihr mehr und mehr zu entgleiten droht. Jahrelang hatte sich niemand für sie interessiert – „war mein Name zu ausländisch?“ – und jetzt auf einmal hat sie den Eindruck, dass sie nur eingeladen wurde, gerade weil ihr „ausländischer“ Name plötzlich angesagt ist. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung – im Theaterstück - sehen sich allesamt als aufgeklärte Menschen, die selbstverständlich Vielfalt fördern wollen. Die Künstlerin ihrerseits will nicht gefördert, sondern ganz einfach anerkannt und gesehen werden, ungeachtet ihres Namens. Die Zuschauenden sind an bestimmten Stellen des Stücks gebeten Sätze abzulesen und dadurch die heikle Debatte voran zu treiben. „Gold“ verdichtet Sätze, die in der aktuellen Debatte kursieren – in TV-Talkshows, Facebook-Kommentaren, in Gesprächen auf der Straße und im Freundeskreis - , zu einem Stück Theater, das spürbar macht, wie Aussagen verletzen. „Gold“ sucht den Dialog über Kunst. Die bildende Künstlerin Petra Straß hat für das Stück Objekte entworfen, die von der indischen Göttin Kali, der Schwarzen Madonna Sara la Kali sowie der Dichterin der Roma, Bronislawa Papusza Wajs, inspiriert wurden.

 

Team

Luise Rist, Javeh Asefdjah, Sandrinne Ugitoh Essem, Petra Straß, Mark Kutah, Ernestine Rickert, Norbert Aberle, Birte Müchler

 

Tickets

Tickets gibt es ab MONAG, den 26.10. über www.reservix.de und bei allen bekannten VVK-Stellen.

 

Gefördert von

Niedersächisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Hanns-Lilje-Stiftung, Stadt Göttingen, EBR Projektentwicklung und gefördert aus Mitteln des Theaterpreis des Bundes