Ein Stück von Luise Rist - Uraufführung

 


Wo ist mein Rock aus allen Blumen der Welt
Der rotweißschwarze
Vor langer Zeit näht ich ihn mir.
- Bronislawa Papusza Wajs, „Tränen aus Blut“ -

„Gold – Die Künstlerin ist abwesend“ ist ein neues Theaterstück der Autorin Luise Rist, das sich mit dem sogenannten salonfähigen Rassismus beschäftigt. „Ich bin nicht rassistisch, aber…“- so fangen viele Sätze an, die für von Rassismus Betroffene oft schwer erträglich sind. „Gold“ ist eine Uraufführung auch in Bezug auf das Format. Neben der Berliner Schauspielerin Javeh Asefdjah sowie den Göttinger*innen Sandrinne Ugitoh Essem und Mark Kutah wird auch das Publikum zum Teil der Inszenierung. Die fiktive Geschichte erzählt von einer bildenden Künstlerin, Irina Baryalei, die seit vielen Jahren erstmals die Gelegenheit bekommt, ihre Kunstwerke auszustellen. Sie wird eingeladen, ein Publikumsgespräch zu führen, das ihr mehr und mehr zu entgleiten droht. Jahrelang hatte sich niemand für sie interessiert – „war mein Name zu ausländisch?“ – und jetzt auf einmal hat sie den Eindruck, dass sie nur eingeladen wurde, gerade weil ihr „ausländischer“ Name plötzlich angesagt ist. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung – im Theaterstück - sehen sich allesamt als aufgeklärte Menschen, die selbstverständlich Vielfalt fördern wollen. Die Künstlerin ihrerseits will nicht gefördert, sondern ganz einfach anerkannt und gesehen werden, ungeachtet ihres Namens. Die Zuschauenden sind an bestimmten Stellen des Stücks gebeten Sätze abzulesen und dadurch die heikle Debatte voran zu treiben. „Gold“ verdichtet Sätze, die in der aktuellen Debatte kursieren – in TV-Talkshows, Facebook-Kommentaren, in Gesprächen auf der Straße und im Freundeskreis - , zu einem Stück Theater, das spürbar macht, wie Aussagen verletzen. „Gold“ sucht den Dialog über Kunst. Die bildende Künstlerin Petra Straß hat für das Stück Objekte entworfen, die von der indischen Göttin Kali, der Schwarzen Madonna Sara la Kali sowie der Dichterin der Roma, Bronislawa Papusza Wajs, inspiriert wurden.

Die Premiere ist vorerst Ende Dezember 2020 geplant. WEITERE INFORMATIONEN FOLGEN!

 

Team

Irina Baryalei - Javeh Asefdjah
Papusza - Sandrinne Ugitoh Essem
Danyar - Mark Kutah

Regie - Luise Rist
Bühne, Kostüme, Objekte - Petra Straß
Mitarbeit Regie - Ernestine Rickert
Assistenz Bühnenbild und Mitarbeit Dramaturgie - Norbert Aberle
Technische Betreuung - Simon Müller
Projektleitung - Birte Müchler

Die Musikaufnahmen hat der Violonist Justin Ciuche für GOLD komponiert und selbst eingespielt.

Die Stimme von Papusza wird auf Romanès gesprochen von Habiba Baxt. Die von Sandrinne Ugitoh Essem auf Deutsch gesprochenen Texte sind Übersetzungen aus dem Romanès der Gedichte von Bronislawa Wajs und entsprechen genau dem, was die geheimnisvolle Stimme am Telefon sagt. Dem auf Englisch vorgetragenen Text liegen Interviews mit Bronislawa Wajs zugrunde, die sie in den siebziger Jahren dem polnischen Radio gab.

 

Tickets

Tickets wird es voraussichtlich ab Dezember 2020 geben.
Tickets gibt es ausschließlich im Vorverkauf - online bei www.reservix.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.
PREISE: Wir möchten uns solidarisch zeigen mit den Menschen, die nicht so viel Geld für Kunst und Kultur ausgeben können. Daher läuft der Eintrittspreis bei uns über einen "Solidaritäts-Beitrag": Sie können so viel für Ihr Ticket zahlen, wie Sie möchten und können. Dafür gibt es drei Preisstufen (3€/8€/15€), zwischen denen Sie frei wählen können.

 

Gefördert von

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Hanns-Lilje-Stiftung, Soroptimist International
Club Göttingen, Stadt Göttingen, EBR Projektentwicklung und gefördert aus Mitteln des Theaterpreis des Bundes 2019
 

 

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